Avenida da Liberdade im Lissabon-Lexikon
Die Prachtstraße in Lissabon ist die Avenida da Liberdade, als Vorbild wurde die Avenue der Chams-Elysées in Paris genommen. Sie fängt am Praça dos Restauradores und führt die im Jahre 1755 angelegte Unterstadt (Baixa) mit den etwas höher gelegenen Stadtteilen zusammen. Im 20. Jahrhundert wurde sie dann weiter in den Avenidas Novas ausgebaut.
Nach dem großen Erbeben im Jahre 1755, ließ der Marrquês de Pombal erst mal den unteren Teil der heutigen Avenue Passeio público gestalten, das war dann Lissabons erste „öffentliche Gartenanlage“. Trotz seines Namens war diese Anlage allerdings vorerst nur von großen Mauern und Toren eingefasst und natürlich nur für die höhere Schicht bestimmt. Erst im Jahre 1821, nach dem Vorsitz der Liberalen, wurde die Ummauerung des Gartens entfernt und für die ganze Bevölkerung zugänglich gemacht.
Das Vorhaben für den Bau der Avenida nach dem Beispiel der Pariser Avenue des Champs-Elysées war mit der damit verkoppelten Vernichtung des Passeio público verbunden, der erst mal starken Widerspruch nach sich zog, trotzdem wurde der erste Teil der Avenida, dann doch im Jahre 1822 zum Todestag des Marquês de Pombal von der Obrigkeit eingeweiht.
Die Bebauung, die natürlich im Stil der Gründerzeit der etwa 90 Meter breiten Avenida vor sich ging, hatte im Hinblick auf der um 1900 bedrohlichen politischen und auch wirtschaftlichen Lage des Landes Portugals, erst mal teilweise einen ländlichen Charakter. In den vergangenen Jahrzehnten sind viele kleine und unwichtige aber auch der eine oder andere wertvolle Bau in Folge des Wirtschaftsaufschwungs für Neubauten von Hotels und andren Gebäuden gewichen. Die Avenue die heute mit über hundertjährigen Platanen und der geometrisch angeordneten Pflasterung und den stilvollen Geschäften bleibt die Avenida trotz gewisser Umwandlungsprobleme eine der größten Straßen in Europa.


